Sonntag, 28. Juni 2026
Am Sonntag, 28. Juni haben sich um 8h bei (noch) angenehmen 24°C fünfzehn TeilnehmerInnen für die Exkursion am Sunneberg getroffen. Christoph Bühler (Dipl. Biologe) erklärte uns zu Beginn die Ausgangslage für eine kantonale Studie welche in mehreren Naturwaldreservaten des Kantons zur Artenvielfalt von Pilzen, Käfern und Fledermäusen durchgeführt wird. Auch am Sunneberg wird seit 2018 eine 8 Hektar grosse Waldfläche mit einer analogen Fläche im benachbarten Wirtschaftswald verglichen. Obwohl der Wert solcher Reservate im Grundsatz kaum bezweifelt wird, stellt sich die Frage wie sich der Nutzungsverzicht langfristig auf die Artenvielfalt auswirkt. Erste Resultate deuten darauf hin, dass die Artenvielfalt wie erwartet in den Schutzflächen höher ist als in den benachbarten Waldwirtschaftsflächen – z.B. wurden 20% mehr Fledermausarten nachgewiesen. In beiden Waldtypen wurden anhand genetischer Analysen aber gleich viele Pilzarten nachgewiesen. Diese bilden jedoch nur unter guten Voraussetzungen ihren Fruchtkörper aus und diese idealen Bedingungen herrschen häufig nur in den Naturwaldreservaten vor. Aus diesem Grund wurden im Wirtschaftswald insgesamt weniger Pilzarten mit Fruchtkörper gefunden. Im weiteren Verlauf der Morgenxkursion begab sich die Gruppe zu Fuss bis in das Naturwaldreservat. Unterwegs wurden immer wieder unterschiedliche Bäume und abgestorbene Äste nach Hinweisen von Pilzen oder Käfern untersucht. Christoph machte uns zudem auf die Bedeutsamkeit von einzelnen sogenannten Habitatbäumen aufmerksam. Diese nehmen eine wichtige Rolle beim Bewahren der Artenvielfalt ein, da sie zahlreichen Arten als Lebensraum, Unterschlupf oder Nahrungsquelle dienen. Mit dem Schutz von solchen Bäumen im Wirtschaftswald könnte die Artenvielfalt mit grosser Wahrscheinlichkeit noch stärker gefördert werden. Im Naturwaldreservat von Möhlin wurden unter anderem in solchen Biotopbäumen Urwaldreliktarten bei den Käfern nachgewiesen. Darunter der seltene und bedrohte Körnerbock oder der zum ersten Mal in der Schweiz nachgewiesene Schwarzköpfiger Pilzkäfer (Triplax collaris). Bei bereits deutlich wärmeren Bedingungen (33°C) wurde die Exkursion am Ausgangsort beendet und die Teilnehmer mit viel neuem Wissen nach Hause entlassen.










