Burstel
Burstel
1995: Im zweiten Europäischen Naturschutzjahr unter dem Motto „Zukunft gestalten – Natur erhalten“ bewilligt der Gemeinderat von Möhlin einen Kredit von 15’000 CHF für den Bau von Weihern und Tümpeln auf einer Parzelle der Kiesgrube. Zur grossen Freude wird uns die angrenzende Parzelle der Familie Mahrer-Rudolf für 30 Jahre vertraglich und unentgeltlich überlassen. Es entsteht das erste «alte» Naturschutzreservat im Westen vom Burstel.
1998: Am 5. März startet der Vorstand vom NVM bei einer Begehung der Kiesgrube ein langjähriges Projekt, um zu verhindern, dass die Kiesgrube „Burstel – Chüelespitz“ durch die Firma KOCH+PARTNER vollständig aufgefüllt wird. Im November des gleichen Jahres stellt der NVM einen Antrag an die Naturschutzkommission der Gemeinde, um die bestehende Kiesgrube naturnah zu rekultivieren und in ein Reservat zu überführen.
1999: Im Februar dieses Jahres signalisieren der Gemeinderat und die Ortsbürgerkommission die Bereitschaft, das Gebiet nach der Auffüllung zu kaufen und das bestehende Naturschutzgebiet substanziell zu erweitern und dessen Wert von kantonaler Wichtigkeit zu verstärken.
2000: Am 27. September findet eine Begehung mit der Gemeinde, dem Ingenieurbüro KOCH+PARTNER und dem NVM statt, um die Situation des Projektes und die nächsten Schritte zu diskutieren. Am Ende des Jahres erhalten wir die Zustimmung des Kantons unsere Pläne umzusetzen. Ein von der Gemeinde gewünschtes Rückhaltebecken und die hohen Wälle entlang der Strasse kommen unseren Vorstellungen möglichst wenig aufzufüllen, entgegen.
2002: Am 31. Oktober kauft die Einwohnergemeinde Möhlin das Gebiet vom Besitzer Kieswerke Münchwilen und Möhlin AG für 200’000 CHF.
2004: Am 23. Dezember spricht das Baudepartement des Kantons Aargau 52’600 CHF für die Renaturierung der Grube.
2006: Im Dezember wird die teilweise Auffüllung der Grube abgeschlossen und dem Naturschutz zugeführt. Schüler, Jäger und Naturschützer pflanzen während zwei Jahren mehr als 1200 einheimische Sträucher als Teil der ökologischen Aufwertungsmaßnahmen.
2007: Im Februar stellt der NVM ein weiterer Antrag für ein Aufwertungsprojekt über 68’100 CHF. Dieser wird von der Gemeinde, dem Kanton und vom Bund bewilligt. Der Bund spricht in der Folge eine Beitragssicherung von 65%. Der Rest wird vom Verein übernommen! Der Kanton stuft das Gebiet Burstel – Chüelespitz–Bärental mit einer Fläche von ca. 10 Hektar als Reservat von kantonaler Bedeutung ein.
2008: Am Freitag, 04.07.2008 findet eine erste Eröffnung mit den Schulen statt. Einige Tage später können wir mit der Bevölkerung das Naturschutzgebiet Burstel einweihen. Von den ersten Plänen bis zur Eröffnung hat das ganze Projekt zehn Jahre benötigt und viel Zeit und Arbeit in Anspruch genommen.
2010: Wird das Gebiet bezüglich Amphibien in ein Reservat von nationaler Bedeutung eingestuft.
2010 bis heute: Die kontinuierlichen Anstrengungen des NVM und der Gemeinde Möhlin haben dazu beigetragen, ein wertvolles Lebensumfeld für bedrohte Arten zu schaffen und die Biodiversität in der Region wesentlich zu fördern. Es sind jedoch in jedem Jahr diverse Herausforderungen zu meistern, um den guten Zustand des Naturschutzgebietes zu erhalten. Sowohl die Gemeinde wie auch der Verein investieren dafür zahlreiche Stunden Arbeit!
Spezielle Arten
Fauna: Laubfrosch, Teichmolch, Barren-Ringelnatter, Gottesanbeterin, Blauflügel Ödlandschrecke, Italienische Schönschrecke, Gabel-Azurjungfer, Schachbrett und vieles mehr!
Flora: Am Rande des Gebietes gibt es 14 im Kanton Aargau einheimische Wildrosenstäucher und 10 Weidenarten zu bestaunen. Jede Rosenart ist mit einem Schild gekennzeichnet und beschriftet.
Ort
Das Gebiet Burstel liegt im Nordosten der Gemeinde Möhlin vor dem Eingang zum Forst.



















