Geschichte Burstel Reservat



Burstel 

 
Das Gebiet Burstel liegt im Nordosten der Gemeinde Möhlin vor dem Eingang zum Forst. Als klar wurde, dass die beiden Burstel-Kiesgruben wieder aufgefüllt würden, hat sich der Verein für Natur- und Vogelschutz um einen Ersatzstandort für die hier angesiedelten Amphibien-Arten eingesetzt. Im Naturschutzjahr 1995 bewilligte der Gemeinderat einen Kredit von Fr.15'000.- um auf einer schmalen Parzelle der aufgefüllten Kiesgrube die der Einwohnergemeinde gehörte ein Projekt zu realisieren. Der Verein plante als Sofortmassnahme den Bau von Weihern und Tümpeln. Als grossen Glücksfall erwies sich die grosszügige, kostenlose Freigabe einer angrenzenden Parzelle der Familie Mahrer-Rudolf um das Naturschutzgebiet zu erweitern. Mit der Familie Mahrer konnte ein Pflegevertrag für 30 Jahre abgeschlossen werden. Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden folgende Massnahmen ausgeführt:

Erstellen von drei grösseren und fünf kleineren Tümpeln
Einbringen einer Kiesschicht zwischen den Teichen
Aufschütten eines Dammes mit nachträglicher Bepflanzung einer Hecke
Bruchsteinhaufen und Sandhaufen als Unterschlupf
Gestufter Waldrand 


Warum diese Massnahmen? Was früher durch die natürliche Dynamik eines Flusses entstanden ist, findet wir heute, wegen den verbauten und begradigten Flüssen und Bächen, nur noch in Kiesgruben: Stets neu entstehende, vielfältige Pionier- und Feuchtstandorte. Als Beispiele seien zwei Amphibienarten erwähnt, die die Burstel-Kiesgruben bewohnten, die Kreuzkröte und die Gelbbauchunke. Letztere hat sich im neugeschaffenen Gebiet bereits wieder angesiedelt und vermehrt. Beide Arten stehen auf der roten Liste der gefährdeten Tierarten in der Schweiz.Um den Pionier-Charakter zu erhalten braucht es, es muss der in einem natürlichen System auftretende Fluss simuliert werden, auch in Zukunft regelmässige Eingriffe, von Hand und auch von Maschinen. So wird das Reservat kaum zu einem unberührten, idyllischen Winkel, sondern zu einem dynamischen Gebiet, wie es sie überall in der unbeeinflussten Natur vorkommen würden.
1998
Am 5. März 1998 führte der Vorstand des VNVM eine Begehung der Grube „Burstel – Chüelespitz“ durch. Anlass dazu war ein Projekt zur Wiederauffüllung, das der Gemeinderat an das Ingenieurbüro KOCH+PARTNER im Jahre 1998, übergeben hatte. Es war nicht das erste, aber es enthielt alle zusätzlichen Auflagen, wie Feldentwässerung Ost des Meler Feldes, entlang dem Chüelespitz und dem Bärental, Hochwasser- Rückhaltebecken und zu guter Letzt einen Teilbereich, der dem Naturschutz zugewiesen wurde. Glückliche Umstände ergaben für den VNVM die Möglichkeit eventuell die ganze Grube für den Naturschutz zu erhalten und das bestehende Naturschutzreservat Burstel substantiell zu erweitern und dessen Wert von kantonaler Wichtigkeit zu verstärken. Unser Vorstandsmitglied M. Hohermuth führte mit dem Gemeindeammann R. Müller und dem Präsidenten der Naturschutzkommission M. Strähl sowie mit dem Besitzer, R. Erne von der Firma Kieswerke Münchwilen und Möhlin AG, der Grube, viele Gespräche um die Machbarkeit dieser Idee auszuloten. Im November 1998 stellte der VNVM Antrag an die Naturschutzkommission der Gemeinde, die ganze Grube naturnah zu rekultivieren und in ein Reservat zu überführen. Es würde eine Naturschutzzone von beträchtlichem Ausmass entstehen, ein Eldorado für Amphibien, Reptilien, Vögel, Libellen, Schmetterlinge, Käfer und Pflanzen  Die günstige Lage würde auch eine Vernetzung zum nahen Breitsee und via Bärental ins Möhliner Feld zulassen.
Im Februar 1999 signalisierten der Gemeinderat und die Ortsbürgerkommission Bereitschaft, das Gebiet nach der Auffüllung zu kaufen und zu einem Naturschutzgebiet auszuarbeiten.

Am 27. September 2000 fand eine Begehung mit der Gemeinde, dem Ingenieurbüro KOCH+PARTNER sowie dem VNVM (vertreten durch M. Hohermuth) statt, um die Situation des Projektes und die weiteren Schritte zu diskutieren, Anschliessend muss um eine entsprechende Baubewilligung ersucht werden. Bei den Gesprächen im November mit den verantwortlichen Stellen des Kantons von der Abteilung Landwirtschaft und der Abteilung Landschaft und Gewässer kam klar das Einverständnis beider zum Ausdruck, wobei natürlich noch gewisse Rahmenbedingungen mitberücksichtigt werden müssen.
2002
Am 31.10.2002 kauft die Einwohnergemeinde Möhlin das Gebiet vom Besitzer Kieswerke Münchwilen und Möhlin AG für 200'000.- CHF.
2004
Am 23. 12. 2004 spricht das Baudepartement des Kantons Aargau für die Renaturierung der Grube 52'600.- CHF.
2006

Im Dezember 2006 ist die Auffüllung der Grube beendet und wird von Kanton und Gemeinde abgenommen und dem Naturschutz zugeführt.Der Kanton stuft das Reservat neu als Reservat von kantonaler Bedeutung ein.

2007

Der Kanton anerkennt das Gebiet Burstel – Chüelespitz – Bärental als Reservat von Kantonaler Bedeutung. Es entspricht einer Fläche von ca. 10 Hektaren.
Als letzter Schritt wurde ein Aufwertungsprojekt über 68'000.- CHF beim Kanton beantragt und von diesem bewilligt. Die Kosten werden dabei zu 65% von Bund und Kanton getragen, der Rest übernimmt der VNVM 

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